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St. Bonifatius Weißenohe

Die Geschichte der Kloster- und späteren Pfarrkirche Weißenohe

St. Bonifatius
Anno 1053 gründete der bayerische Pfalzgraf Aribo mit seiner Gemahlin Guilla das Kloster in Guizna. In seiner langen wechselvollen Geschichte ist das Kloster zweimal abgebrannt. Da im 17. Jahrhundert die Zahl der Mönche vergrößert werden sollte plante man den Neubau Von Kloster und Kirche.

Nach dem Abbruch der alten Kirche begann am 5. April 1690 unter Abt Johann Gualbert I. der Bau einer neuen Kirche. Mit dem Bau der Kirche wurde der Baumeister Wolfgang Dientzenhofer beauftragt und die Altäre fertigte Johann Michael Doser. Der Kreuzaltar wird den Gebrüdern Asam zugeschrieben. Sie war im Inneren notdürftig fertig (wie in der Chronik von Kgl.Geistl. Rat G. A. Huber geschrieben steht ) als sie an St. Bonifatius am 5. Juni 1707 durch Herrn Weihbischof Werner Schnatz aus Bamberg feierlich eingeweiht wurde.

Im Jahre 1722 konnte der Abt vier Glocken anbringen lassen. Davon drei im Turm und eine kleinere im Dachreiter auf dem östlichen Giebel der Kirche. Sie konnten am 27.August 1722 gesegnet werden.

1724 wurde die erste Orgel aufgestellt. Außerdem wurde in der Amtszeit von Abt Benedikt II. die heute noch vorhandene große Monstranz für 526 fl. angeschafft. Sie wurde während der Säkularisation vom Staat konfisziert und später von der Gemeinde für 1500 fl. wieder zurückgekauft.

Im Jahre 1777 gelobte der Klosterjäger Joseph Streidel einen Wiesaltar zu stiften. Dieser befindet sich rechts neben dem Benediktusaltar. Im Jahre 1786 wurde er angebracht. Die Votivtafel in unserem Haus erinnert uns an diesen Vorfahren.

Ab dem 1. Mai 1803 wurde das Kloster Weißenohe säkularisiert. Die Kirche und das Kloster wurde mit all seinen Grundbesitzungen dem Staat einverleibt.

Die große Glocke wurde, weil die Pfarrgemeinde sie nicht zurückkaufen konnte weggeschafft. Sie war so groß, dass sie im Turm zerschlagen werden musste um abtransportiert werden zu können. Zuvor hatte sie bei einer Bittprozession ihren gewaltigen Ton zum letzten mal weithin erschallen lassen. ( Zitat Geistlicher Rat G.A. Huber )

Von 1819 – 1841 war Franz Xaver Athanasius Böhm Pfarrer von Weißenohe. Er setzte die Pfarrei Weißenohe zu seinen Erben ein. In seinem Testament stiftete er 300 fl. für die Anschaffung einer neuen Glocke, der Rest ging in eine Stiftung zu Gunsten der Pfarrei.

1852 konnte mit zusätzlichen Mitteln aus der „Pfarrer Böhm’schen Stiftung" eine neue Glocke für 1000 fl. angeschafft werden. Die 14 Kreuzwegbilder wurden restauriert und wieder aufgehängt. Der Kirchenmaler Ronke fertigte die Deckengemälde "Geburt Christi", "Auferstehung" und "Sendung des hl. Geistes". In den Gewölbekappen, vier Kirchenväter des Morgenlandes und die vier Evangelisten. Diese umfangreiche Restaurierung kostete 8000 Mark.

Im Jahre 1899 konnten mit Genehmigung des Königl. Staatsministerium des Innern die drei Figuren über dem Portal der hl. Bonifatius und zu beiden Seiten des Portals Wunibald und Walburga aufgestellt werden. Gefertigt wurden sie vom Bildhauer Schiener aus Nürnberg und kosteten 1900 Mark.

1888 begann eine große Kirchenrenovierung.

1926 wurde eine neue Orgel für 9400 Mark von der Firma Dietmann aus Lichtenfels gekauft. Pfarrer Jakob Ebert schreibt dazu: „ Als ich nach mühsamen Verhandlungen mit dem Staat 9400 Mark für eine neue Orgel erwirkte und dies der Pfarrei verkündete, um Freude zu bereiten, da war der Dank ein derartiger, dass einige sagten, das hätte es nicht gebraucht die Orgel wird doch nur für Pfarrer und Schullehrer gebraucht, die beide gut singen können und harte Stimmen haben ; das Geld hätte man besser verwenden können eine Orgel für 4000 Mark hätte es auch getan. Unter solchen Umständen ist es schwer Gleichmut zu bewahren.“ Die 70 Mitglieder des Männervereins hatten 1 Jahr vorher den Pfarrer gebeten eine neue Orgel zu beschaffen möge das Geld herkommen wo es wolle.

Am 31. März 1929 (1. Osterfeiertag) wurde die neue Herz Jesu Statue geweiht. Sie wurde von der Firma Stoffleser aus St. Gröden gefertigt.

Während des zweiten Weltkriegs wurden auch in Weißenohe Glocken beschlagnahmt. Die große Glocke wurde eingeschmolzen. Der zweiten –mittleren – Glocke blieb dieses Schicksal erspart. Sie kam nach dem Krieg auf einen Glockenfriedhof in Hamburg . 1947 wurde sie von dort der Pfarrei zurückgegeben.

Eine große Freude war es als 1949 eine neue große Glocke von der Firma Lotter in Bamberg gegossen und in Weißenohe von Pfarrer H. Hippacher geweiht werden konnte. So war das Geläute wieder vollständig.

1965/66 bekam die Kirche neue Fenster, Altäre, Bilder und Deckengemälde mussten gereinigt und renoviert werden. Seit dieser Zeit haben wir ein elektrisches Geläute und die Turmuhr läuft auch elektrisch. Um dem Konzil gerecht zu werden bekamen wir einen sogenannten Volksaltar und die Kommunionbank (das Speisgitter) wurde zum Teil entfernt.

1969 kam die Erneuerung der Kirchenbänke und 1970 zu Weihnachten konnte unsere Kirche zum erstenmal beheizt werden. Die Statue des hl. Bonifatius verlor ihren angestammten Platz und wurde mit anderen nicht mehr gebrauchten Statuen in eine Kammer im Turm verbannt. Zum Jubiläum haben wir ihn wieder in die Kirche gestellt. Er ist in einem sehr schlechten Zustand. Wir hoffen bald das Geld für eine Restaurierung gesammelt zu haben damit er wieder einen würdigen Platz in unserer Kirche bekommt.

1986 begannen die Planungen für die letzte große Renovierung unserer Kirche.. Die Kosten für die gesamte Sanierung wurden auf DM 2.100.000 veranschlagt. Zu wenig wie wir später gemerkt haben.

Am Weißen Sonntag 1995 feierten wir den letzten Gottesdienst in unserer Pfarrkirche. Unser Gottesdienstraum war nun für fast drei Jahre der alte Kindergarten, der kurz zuvor frei geworden war.

Nach statischen Sicherungsmaßnahmen wurde die ganze Kirche mit Holzschutzmitteln begast. Danach wurde das gesamte Kirchenschiff eingerüstet.

Nachdem das Deckengewölbe instandgesetzt war, folgte die Reinigung und Ergänzung der Deckengemälde und des Stucks. Im Anschluß daran wurden die Altäre und die Heiligenfiguren gereinigt und ergänzt.

Am 27. Juni 1996 feierten wir den ersten Gottesdienst in der noch unfertigen Kirche. Es war der Dankgottesdienst zum 25. Priesterjubiläum unseres Pfarrers Herrn W. Kuntze.

Am 5. Juni 1997 konnte H. Herr Prälat Wich die neue Sckuke- Orgel einweihen. Sie wurde in das barocke Orgelprospekt eingebaut und kostete rund 500.000,- DM .

An Weihnachten 1997 war der Hochaltar dann fertig und alle Gerüste und Planen konnten abgenommen werden. Am 15. März 1998 feierte H. Herr Weihbischof Werner Radspieler mit uns den Abschluß der Kirchenrenovierung mit einem festlichen Gottesdienst

In diesen 300 Jahren wirkten in unserer Kirche 5 Äbte – 11 Pfarrer - 5 Pfarrverweser – und 4 Kapläne. Außerdem gingen in dieser Zeit 8 Priester und ein Diakon aus unserer Pfarrei hervor.

Zum Abschluß meiner Ausführungen möchte ich mich bei Frau Hedwig Pöppel bedanken. Sie hat uns alle Chroniken und Unterlagen Ihres leider verstorbenen Mannes zur Verfügung gestellt. Dadurch war es leicht diesen Bericht zu erstellen.

T. Eckert