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Maria geht auf Reisen
Das von Papst Franziskus gesegnete Bild der Gottesmutter ist derzeit auf Pilgertour im Seelsorgebereich Weißenohe.

Ein Geheimnis hat Papst Franziskus den Gläubigen der Schönstatt-Familie zu deren 100. Geburtstag verraten: Auch er hat das Bild der Mutter Gottes auf seinem Nachttisch stehen und er redet jeden Tag mit ihr. Ein Foto davon, wie Papst Franziskus dieses Marienbild segnet, klebt auf dem rechten Bildflügel. Im Büro der Marienschwestern nun sah Renate Siebenkäs dieses Bild und regte an, Maria in den Seelsorgebereich Weißenohe, Stöckach-Forth und Eckenhaid für eine Pilgerreise zu holen.

An Marias Geburtstag, der am 8. September gefeiert wird, begann die Pilgerreise des Bildes der Mutter Gottes, die ihren Sohn Jesus auf dem Arm hält. "Mit Maria Schritt für Schritt aufbrechen" heißt die Pilgerreise, die mit einem Begrüßungsgottesdienst in Weißenohe begann. In einer berührenden Predigt zeigte Pfarrer Andreas Hornung auf, wie viel mehr hinter dem Rosenkranz und Maria steht. Richtig verstehen lässt sich die Bedeutung demnach im Alltagsgeschehen.

Als etwa kurz nach Weihnachten Asylbewerber in ein Haus der katholischen Kirche in Forth einzogen, war Pfarrer Hornung zufolge nicht viel Zeit, um die Räume besonders herzurichten. Plätzchen und das Marienbild stellte Frau Siebenkäs den Jesiden auf den Tisch, damit diese weg von ihrer trostlosen Situation kämen. "Maria hat geholfen", sagten sie. Dabei wäre diese bedeutungsvolle Bild beinahe auf dem Sperrmüll gelandet, wie Pfarrer Hornung erzählte.

Es ist über 100 Jahre her, dass sich 1914 junge Menschen, die nach dem Abitur Priester werden wollten, zusammen schlossen, um eine marianische Gemeinschaft zu gründen - die heutige Schönstattbewegung. Gründervater war Pater Kentenich, der ein Bild für die kleine Kapelle suchte. Ein Marienbild, das auf einem Dachboden lag, wurde den jungen Leuten zur Verehrung der Mutter Gottes gegeben. Heute gibt es 180 originalgetreue Nachbildungen dieses Gnadenbildes. Dass diese Bilder von Haus zu Haus getragen werden, ist eine südamerikanische Tradition, die mittlerweile auch in Deutschland Fuß gefasst hat.

Wieder, denn unüblich, Maria von Haus zu Haus zu tragen, war es früher nicht. "Wir hatten im Advent schon immer vier Wochen Frauentragen", erinnert sich Gertraud Singer vom Pilgerkreis an ihre Kindheit. Schon vor 50 Jahren wurde in Gräfenberg ein Marienbild von Haustür zu Haustür gebracht. Ein anderer älterer Teilnehmer des Pilgerkreises hat ein Foto der Mutter Gottes dabei, identisch mit dem Bild des Urheiligtums, wie die Kapelle in Schönstatt bei Vallendar genannt wird.

Die Frauen und Männer des Pilgerkreises haben viele Erinnerungen an die Rolle, die Maria im Leben der Menschen früher spielte. Die einen beteten jeden Abend im Kinderbett den Rosenkranz und auch Stefanie Hammerich weiß mit dem Bild die Tradition gewahrt: "Der letzte Gesang war Salve Regina". "Es ist schön, nicht alleine zu sein", erklärt eine andere Teilnehmerin, was ihr das Bild der Mutter Gottes bedeutet. Und Johannes Harwig erinnert sich daran, dass beim Läuten der Abendglocken um acht Uhr immer ein "Gegrüßet seist du Maria" gebetet wurde.

Das Programm am Sonntag

Maria einfach grüßen, ihr einen kurzen Augenblick im Vorbeigehen zu schenken und so den eigenen Glauben neu zu leben - das ist der Beweggrund des Pilgerkreises dafür, das Bild Mariens für jeweils drei Tage in der Wohnung zu haben.

Die Pilgertour am Sonntag begann mit einer Andacht und einem Stehcafè an der Lillinger Kapelle, im Anschluss daran wurden am Weißenoher Dorfbrunnen die Asylbewerber mit einbezogen und die Kinder zu einem Eis eingeladen. Weiter ging es zu einer kurzen Andacht an der Aussichtsbank unterhalb der Pfarrer-Kuntze-Linde statt. Von hier pilgerte man zum Treffpunkt an der Lindelberghalle in Stöckach. Von dort aus wurde zum Bildstock am Pfarrwald gepilgert und um 18.30 Uhr feierten die Pilger den Abschiedsgottesdienst in der St. Ägidius Kirche in Stöckach.

 

Datum: 03.10.2016
Johannes Harwig
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